> Zurück

SV Sumiswald - BW Oberburg 4:3 (2:0)

pr 28.04.2012

Meisterschaft, 28.04.2012, Weiersmatt Sumiswald

SV Sumiswald - BW Oberburg 4:3 (2:0)

 

Statistik:

BWO: Moser, Rutschi, Brechbühl R., Damm, Hodler (46. Ajredini), Güdel, Michel, Etoski (68. Flower), Jud C., Perzhaku, Rilak.

Tore: 30. 1:0 (Penalty), 38. 2:0, 48. 2:1 Etoski (Penalty), 53. 3:1, 60. 4:1, 75. 4:2 Flower, 76. 4:3 Güdel.

Bemerkungen:

BWO ohne Evangelisti, Barbey, Brodbeck, Langenegger, Amport (alle 2. Mannschaft), Fritz, Mehmeti, Jud R., Ademi, Ananadakumaran (verletzt), Zizzari, Brao (gesperrt)

 

Spielbericht SV Sumiswald:

In einem Spiel, welches noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird setzt sich der SV Sumiswald verdient mit 4:3 gegen Oberburg durch. Nach einem 2:0 zur Pause und einer Zwischenzeitlichen 4:1 Führung musste der SVS bis zum Ende um den Sieg zittern. Mann des Spiels war Martin Siegenthaler mit zwei Toren. Mit diesem Sieg klettert der SVS wieder auf Rang vier und hat ein Polster von zehn Punkten auf den Strich.

Das Spiel am vergangenen Samstag zwischen dem SV Sumiswald und Blau Weiss Oberburg bot so ziemlich alles, was das (Regional-) Fussballherz begehrt: Zwei Elfmeter, schön herausgespielte Tore, zwei Pfostenschüsse, ein packendes Bruderduell, eine emotionsgelade Pausenansprache, ein Spanferkel am Spielfeldrand und ein inniger Siegeskuss. Nicht, dass die Akteure auf gleichem Niveau agierten wie Profifussballer, aber es war für die Zuschauer garantiert spektakulärer und unterhaltsamer als die müden und langweiligen Auftritte der Berner Young Boys unter ihrem Ex-Trainer Christian Gross – und mit CHF 5.00 Eintritt erst noch um ein Vielfaches günstiger.

Shpetim Perzhaku Sieger im Bruderduell

"Dieses Spiel will ich unbedingt gewinnen, weil mein Bruder Shaqir bei Oberburg spielt!" verkündete Shpetim Perzhaku vor dem Spiel. Der Jügere der zwei Perzhaku-Brüder war dann auch massgeblich an den zwei Toren in der ersten Halbzeit beteiligt. Nach der Anfangsphase, in welcher das Heimteam mehr vom Spiel hatte und in der zwölften Minute durch Martin Siegenthaler einen Pfostenschuss zu beklagen hatte, war es Shpetim Perzhaku, der das Spiel so richtig lancierte: Nach einem langen Abschlag von Roger Geering setzte er sich unwiderstehlich gegen zwei Verteidiger durch und konnte nur noch mit einem Foul am Torabschluss gehindert werden. Der Elfmeter war danach eine gewohnt sichere Beute für Marcel Geering. In der 38. Minute stand der 17-Jährige Perzhaku goldrichtig und konnte zum 2:0 erhöhen. Er profitierte von einem Abpraller beim Torhüter nach einem Nyffenegger-Schuss.

Martin Siegenthaler Mann der zweiten Hälfte

Es folgte die Halbzeitpause, wo die Weiersmatt in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Blau-Weiss Trainer Daniele Nocera war über das Gezeigte seiner Schützlinge derart erbost, dass er einen neuen Dezibel-Rekord in den Katakomben der Weiersmatt aufstellte. Selbst Giovanni Trapattoni hätte es nicht leidenschaftlicher hingekriegt. SVS-Trainer Ryser mahnte seine Schützlinge zur Ruhe und bereitete diese auf einen Sturmlauf der Oberburger vor. Leider nahm es einer etwas zu ruhig. Der ansonsten tadellose Roger Geering vertändelte als letzter Mann den Ball und konnte Jud nur noch mit einem Foulspiel am Torerfolg hindern. Weg war der beruhigende Zweitorvorsprung – und dies bereits in der 47. Minute.

Nun kam der grosse Auftritt von Martin Siegenthaler. Adrian Nyffenegger lancierte Siegenthaler ideal über die Rechte Seite und für einmal behielt er vor dem Torhüter die Nerven und schob überlegt in die linke unterte Torecke. Damit war 18-Jährige Siegenthaler so richtig auf den Geschmack gekommen. In der 65. Minute konnte er aus praktisch identischer Position losziehen und diesesmal entschied er sich für die Torhüterecke. Jetzt war sie da, die vermeintliche Vorentscheidung. "Die Jungs vom Zwöi" widmeten sich nun wieder vermehrt der Zubereitung ihres Spanferkels gleich neben dem Fussballplatz und die Spielerfrauen unterhielten sich wieder über Schuhe und andere wichtige Dinge im Leben. Nur einer traute der Sache noch nicht so ganz: Herrmann Ryser. Kein Wunder, denn für den Oberburger Ryser ist ein Sieg über seinen Stammclub natürlich das grösste der Gefühle. Und er sollte recht behalten.

Glück in der Nachspielzeit

Praktisch aus dem Nichts gelang dem eingewechselten Flower mit einem verfrühten Sonntagsschuss das 4:2 und nur eine Zeigerumdrehung später war der Anschlusstreffer dur Güdel Tatsache. Die Schlussphase war danach geprägt von der Spannung. Oberburg setzte die Abwerreihe des Heimteams unter Dauerdruck. Nur mit viel Glück konnte der SVS den Sieg über die Zeit schaukeln. In der Nachspielzeit setzte Michel den Ball an den Pfosten und der Nachschuss von Shaqir Perzhaku verfehlte das Tor nur sehr knapp. Kurze Zeit später pfiff der starke Schiedsrichter Dedukic das unterhaltsame Spiel ab. Sehr zur Freude der SVS-Spieler und deren Anhänger, der "Spanferkel-Fraktion" und "Frau Ryser", die ihrem strahlenden und erleichterten Ehemann einen dicken Siegeskuss auf die Lippen drückte.

Stefan Sommer, SV Sumiswald