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1. Mannschaft - FC Zollbrück 2:2

sm 12.10.2013

Pünktlich um 16.30 Uhr gibt der Schiedsrichter den Ball frei. Von Beginn an gehen beide Mannschaften engagiert zu Werke. Zwingende Torchancen erspielt sich aber keines der beiden Teams. Als Zuschauer spürt man die spezielle Stimmung auf dem Platz. Spielen hier doch zwei Teams gegeneinander, welche sich auch im nicht sportlichen Bereich kennen. Trotzdem finden nach und nach Emotionen den Weg in die Köpfe der Spieler.

In der 19. Minute sieht Iso Etoski die gelbe Karte. Nach einem Tackling, welches noch im grünen Bereich ausgeführt wird, kommt es am Boden zu Szenen, welche eher in die Ringer-Szene gehören und weniger auf den Fußballplatz. Nach einigen Tritten des Zollbrückers Marco Meister sah sich der Gelbsünder gezwungen, den Arm auszufahren. Bei konsequenter Regelauslegung hätten beide vom Platz gestellt werden müssen.

Als sich die Gemüter etwas abgekühlt haben, erarbeitet sich der Leader aus Zollbrück die erste Torchance, welche eigentlich das 0:1 sein muss. Der Boden und der vielleicht etwas ungenaue Pass tragen dazu bei, dass der Stürmer das verwaiste Tor verfehlt. Im Gegenzug kommen die Oberburger mit Zug aufs Tor und erarbeiten sich so den ersten Eckball. Diesen klären die Verteidiger aus Zollbrück aber souverän.

Ein offener Schlagabtausch beginnt. Ein Schuss aufs Tor rettet Marco Meister für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie. Im Gegenzug wird das erzielte 0:1 auf Grund einer Abseitsposition annulliert. Das muntere Auf und Ab hat nun seinen Höhepunkt erreicht. Ein Vorteil kann keinem der beiden Teams zugestanden werden.

In der 43. Minute erhält Arton Mehmeti die Zeit und den Raum, um aus 20 Metern frei abziehen zu können. Der Schuss ist nicht platziert, aber hart. Der Goalie aus Zollbrück lässt sich von der Flugbahn des Geschosses etwas irritieren und so zappelt der Weitschuss im Netz. Welch grandiose Szene! Der Jubel kennt keine Grenzen, ist doch ein Treffer so kurz vor der Pause enorm wichtig. Nun können wir darüber philosophieren, ob die Oberburger immer noch am Jubeln waren. Denn mit dem Anspiel folgte ein zielstrebig vorgetragener Angriff des Tabellenführers. Der Ausglich folgte postwendend. Mit diesem 1:1 geht es kurz darauf in die Pause.

Die 2. Halbzeit beginnt hektisch. Beide Teams suchen ihre Chancen. Diskussionen mit dem Schiedsrichter nehmen zu. Aggressionen und Emotionen kochen hoch. In der 62. Minute foult Igor Rilak den anstürmenden Zollbrücker kurz vor dem Strafraum. Der daraus resultierende Freistoss landet an der Latte. Noch einmal Glück gehabt. Die Angriffe der Zollbrücker finden nun in regelmässigen Abständen den Weg aufs Oberburger Tor. Dort steht jedoch einer, der sich gegen die anbrausende Meute auflehnt. Mirko Häfliger heisst die  Endstation. Der Torwart des FC Blau Weiss Oberburg spielt wie es sich für einen Goalie seines Formats gehört. Ruhig, abgeklärt und zwischenzeitlich sogar mirakulös. Er stellt heute den nötigen Rückhalt für sein Team dar und hält das Unentschieden in der Druckphase fest. Bei einem der selten gewordenen Angriffe der Platzherren in der 74. Minute  kann man sich auf der rechten Seite sehr schön durchspielen. Die Passfolge wird durch Igor Rilak abgeschlossen. Es ist die 2:1 Führung! Der Jubel ist wieder grenzenlos. Doch hatte man aus der ersten Halbzeit die Lehren gezogen? Man hat. Ab da spielt nur noch Zollbrück. Mit langen und hohen Bällen in die Spitze versucht der Tabellenführer die drohende Niederlage abzuwenden. Das Anstürmen der Gäste zeigt seine Wirkung erst in der 92. Minute, als ein Ball nicht mehr radikal aus dem Strafraum befördert wird. Das Durcheinander wird ausgenutzt. Der Ball kommt in den Strafraum, ein Schüsschen wird abgelenkt und so im Tor versenkt. Letztendlich steht es durch diesen Treffer, welchem diverse Fouls der Gäste vorausgehen, wieder Unentschieden.

Die Frage ist nun, kann und will man mit dem 2:2 zufrieden sein? Wenn die Arbeit weiterhin so leidenschaftlich und aufopferungsvoll gemacht wird, können wir uns auf die kommenden Spiele dieser Oberburger Mannschaft freuen. Mit diesem Willen und der Aufopferung jedes Einzelnen ist jeder Gegner zu schlagen.

Somit ist die Antwort auf die Eingangs gestellte Frage klar: JA!