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Patrick Graf: "Ein Traum wurde wahr"

wm 25.04.2014

Der Ostermontag, 21. April 2014, wird der 41jährige Vater zweier Kinder nie mehr vergessen. Der in Oberburg wohnhafte Schiedsrichter durfte zum Abschluss einer 15jährigen Karriere den Cup-Final zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich im „Stade de Suisse“ in Bern leiten.

 

Berechtigt stellt sich die Frage, warum hat der Leiter einer Bankfiliale in Burgdorf den Schritt ins Schiedsrichterwesen getätigt? Dazu meinte Graf: „Ich habe im Fussball als Goalie begonnen, zog mir dabei immer wieder kleinere Verletzungen zu. Deshalb stand ich vor der Entscheidung, Trainer oder Unparteiischer zu werden. Ich entschied mich für die Variante zwei. Bis zum heutigen Tag habe ich mein Wirken auf den zahlreichen Fussballfelder, nicht nur in der Schweiz, nie bereut.“

 

 

Habe grossen Respekt vor der Aufgabe

Lange hat sich Graf gewünscht, dass er zum Abschluss seiner Karriere als Schiedsrichter den Cup-Final arbitrieren könnte. Die Verantwortlichen des Schweizerischen Fussballverbandes kamen am sehr akribischen Graf nicht mehr vorbei, sodass ihm zusammen mit Sandro Pozzi und Walter Brosi, den beiden Assistenten sowie Stephan Klossner, als vierter Offizieller, die grosse Verantwortung übertragen wurde, das Prestigeduell zwischen den beiden Giganten des Schweizerfussballs – FC Basel 1893 und FC Zürich – zu leiten. Glücklich äusserte sich der Oberburger: „Ein Traum ging für mich in Erfüllung!“ Sachlich und gleichzeitig realistisch führte Graf weiter aus: „Ich habe grossen Respekt vor dem heutigen Spiel, da das „Stade de Suisse“ vermutlich bis auf den letzten Platz ausverkauft sein wird und über 30‘000 Augenpaare nicht nur auf mich, sondern auch auf meine drei Kollegen gerichtet sein werden. Ich werde alles geben, dass man uns zwar wahrnimmt, aber das Spiel der beiden Grossklubs das Hauptaugenmerk geniessen wird.“ Leider fanden nur 23‘312 Fans den Weg in die Hauptstadt!

 

Emotionaler Match

Direkt nach der Stellungnahme zum zweiten Platzverweis des FC Basel beim Schweizer Fernsehen äusserte sich Patrick Graf gegenüber SportGuide Media ruhig und besonnen: „Für mich war dies heute eine Supersache. Ich hatte zusammen mit meinen Assistenten den Final jederzeit im Griff, war sicher in meinen Entscheiden und erfuhr von beiden Mannschaften die nötige Akzeptanz. Es war für mich nicht erstaunlich, dass die gesamte Begegnung sehr emotional werden würde. Je länger diese dauerte, desto hektischer wurde der Final. Deswegen liess ich mich nicht aus der Ruhe bringen und zog meine Linie bis zum Schluss durch.“ Dem ist rein gar nichts beizufügen. Graf hat es immer verstanden, mit seinem Stellungsspiel die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Die Basler haben sich ihr Grab selber mit den zwei völlig unnötigen Platzverweisen geschaufelt. Im Gegensatz dazu konnten die siegreichen Zürcher das nötige Kapital – die beiden Tore – daraus schlagen. Graf darf nach dem diesjährigen Cupfinal im Bern nicht nur einbilden, die Gilde der Schiedsrichter würdig, sondern diese voller stolz vertreten zu haben – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

Text: Roland Jungi